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125 Jahre Kirchweihe von St. Maria Magdalena Prenzlau: 24. September 2017

Rodinger vom 28.09.2017

Ad multos annos – Auf viele weitere Jahre!

Katholische Kirchengemeinde blickt auf 125 Jahre zurück

Die Prenzlauer Katholische Kirchengemeinde hat im September ihr 125-jähriges Kirchjubiläum mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert. Gleichzeitig wurde der Altarweihe vor 25 Jahren gedacht. „Zu unserer großen Freude kam der Erzbischof Dr. Heiner Koch aus Berlin persönlich, um mit den Prenzlauer Katholiken diesen Tag zu begehen“, so Pfarrer Wolfgang Menze.

Doch nicht nur den Erzbischof konnte er zu den Jubiläumsfeierlichkeiten begrüßen. Zu den Gästen zählte neben anderen früheren Pfarrern der Gemeinde auch Franz Rühr, der in seinem Vortrag an die wechselvolle Geschichte der Katholischen Kirchengemeinde in Prenzlau und ihre Pfarrer, zu denen er selbst viele Jahre gehörte, erinnerte.

Der festliche Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt vom Uckermärkischen Konzertchor und dem Preußischen Kammerorchester unter der Leitung von Jürgen Bischof. Aufgeführt wurde die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart, KV 165. „Die Aufführung wurde von allen Anwesenden mit gebührendem Applaus belohnt. Ein Gemeindeglied äußerte sich und sagte: ‚Es war eine gelungene Heilige Messe im Zusammenspiel mit der Aufführung der Krönungsmesse von W. A. Mozart. So etwas hat es in Prenzlau vorher noch nicht gegeben‘“, erzählt Pfarrer Menze. Gefreut habe er sich auch über den Besuch von Bürgermeister Hendrik Sommer sowie Vertretern der Ökumene, die Grußworte an die Gemeinde richteten und ihre Glückwünsche überbrachten.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein Fest mit buntem Programm im Pfarrgarten statt. „Ein besonderer Höhepunkt war das Anschneiden der Jubiläumstorte aus der Bäckerei Ihlenfeld aus Fürstenwerder am späteren Nachmittag im Festzelt“, blickt Menze zurück und freut sich darüber, dass so viele Gemeindeglieder und Gäste an das Jubiläum gemeinsam feierten.

„Ad multos annos!“, wünschte er der Kirchengemeinde. „Übersetzt heißt dies: Auf viele weitere Jahre.“
125 Jahre
                Kirchweihe von St. Maria Magdalena Prenzlau,25 Jahre
                Altarweihe von St. Maria Magdalena Prenzlau am
                24.09.2017 (Foto: Franz Roge)
125
                Jahre Kirchweihe von St. Maria Magdalena Prenzlau,25
                Jahre Altarweihe von St. Maria Magdalena Prenzlau am
                24.09.2017 (Foto: Franz Roge)



Prenzlauer Zeitung vom 23.09.2017

Katholische Kirche feiert Jubiläen

Mit einer Krönungsmesse feiert die katholische Kirche ihr 125. Jubiläum zum Bau der Kirche und ihr 25. Jubiläum zur Einweihung des Altars. Zwischen beiden Ereignissen liegen bewegte Jahrzehnte.

Von Kai Horstmann

Mit einer Krönungsmesse feiert die katholische Kirche ihr 125. Jubiläum zum Bau der Kirche und ihr 25. Jubiläum zur Einweihung des Altars. Zwischen beiden Ereignissen liegen bewegte Jahrzehnte.

Prenzlau. Am Sonntag steht das katholische Kirchengebäude in der Neubrandenburger Straße mit gleich zwei Jubiläen im Mittelpunkt, freut sich Pfarrer Wolfgang Menze. Vor 125 Jahren wurde die St. Maria Magdalena-Kirche in Prenzlau erbaut. Vor 25 Jahren fand die Einweihung des Altars statt, an der der damalige Erzbischof Kardinal Georg Sterzinsky teilgenommen hatte.

Wenn am 24. September um 10 Uhr die heilige Messe mit dem Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch beginnt, verspricht dieser mit der Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart auch ein musikalischer Höhepunkt zu werden. Gestaltet vom Preußischen Kammerorchester, dem Uckermärkischen Konzertchor Prenzlau und einem Solistenquartett. Jürgen Bischof wird dirigieren und die Schuke-Orgel spielen, die ebenfalls ein Jubiläum feiert: 1967, vor 50Jahren, wurde die Konzertorgel in dem markanten Gotteshaus eingebaut. Zu diesem Ereignis gibt es am 21. Oktober ab 17 Uhr ein besonderes Konzert.

Errichtet wurde die Kirche St. Maria Magdalena im neugotischen Stil, die Einweihung fand im September 1892 statt. Es ist die einzige katholische Kirche in Prenzlau, obwohl der Vatikan in früheren Zeiten mehr Besitztümer hatte. So gehörten einst das Dominikanerkloster, die Marienkirche und die St. Sabinen-Kirche zur katholischen Gemeinde. Doch im Lauf der Jahrhunderte verlor der Vatikan immer mehr Besitztümer. Martin Luther vertrieb durch seine Reformation den katholischen Glauben fast ganz aus Prenzlau.
Erst der preußische König Friedrich der Große und der Ausbau zur Garnisonsstadt brachte den katholischen Glauben zurück. Zahlreiche Soldaten waren aus katholischen Gebieten nach Prenzlau versetzt worden.

Vor dem Bau der katholischen Kirche wurden die Gottesdienste meist in Privaträumen oder Klassenzimmern abgehalten. Einmal im Jahr durften die Katholiken, wie Pfarrer Menze berichtet, eine Andacht im Dominikanerkloster durchführen. Der Landrat von Winterfeldt hatte schließlich ein Einsehen mit den Katholiken und erlaubte ihnen den Bau eines Kirchengebäudes. Unter zwei Bedingungen: Zum einen durfte die Kirche nicht innerhalb der Stadtmauern stehen und sie durfte keinen hohen Kirchturm besitzen. So wurde ein Gelände direkt vor der Stadtmauer gekauft. Das ist heute noch gut zu erkennen. Während die Kirche vor der Stadtmauer steht, ist das erste Gebäude dahinter das Haus der Kreishandwerkerschaft.
Im April 1945 wurde Prenzlau zu 85 Prozent zerstört. Auch die römisch-katholische Kirche. Das Dach war eingefallen, die Inneneinrichtung war völlig zerstört. Zudem gab es Plünderungen. Für die Gläubigen blieb zur Andacht zunächst nur der Altarbereich übrig. Sieben Jahre später wurde Geld gesammelt, damit die Kirche wieder aufgebaut werden konnte. Auch die Prenzlauer fassten tatkräftig mit an.

Doch die DDR-Zeiten waren für die Gläubigen nicht leicht. Gerade die katholische Kirche sei der kommunistischen Führung sehr suspekt gewesen. Wer zu offen seinen Glauben nach außen trug, habe berufliche Nachteile riskiert. So war für die katholische Kirche die Wende ein Glücksfall.

„Ich bin dankbar, dass das katholische Leben auch in schwierigen Zeiten weiter in Prenzlau bestehen konnte“, fasst Pfarrer Wolfgang Menze seine Gedanken in Worte.

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