Prenzlauer Zeitung vom 16.03.2026
Von Heiko Schulze
Die Prenzlauer Marienkirche ist das Wahrzeichen der Kreisstadt. Jetzt erhält sie – acht Jahrzehnte nach ihrer Zerstörung – ihre Stimme zurück. Zur Einweihung der Hill-Orgel sind besondere Festtage vom 14. bis 17. Mai geplant.

Die im Zweiten Weltkrieg ausgebrannte Prenzlauer Marienkirche erhält nach über 80 Jahren ihre Stimme zurück. Ein herausragendes Ereignis, das vom 14. bis 17. Mai mit einem Festival gefeiert wird. (Foto: Heiko Schulze)
PRENZLAU – Ein außergewöhnliches Ereignis steht den Einwohnern der Stadt Prenzlau im übernächsten Monat bevor: Vom 14. bis 17. Mai 2026 finden bewegende und vielfältige Festtage zur Einweihung der großen Hill- Orgel in St. Marien, dem Wahrzeichen der Stadt, statt.
Den Auftakt macht am 14. Mai um 10.30 Uhr der Festgottesdienst zur Orgelweihe, wobei der Kreiskantor Hannes Ludwig als Organist zu erleben ist. Es folgen zahlreiche Veranstaltungen, unter denen die vier Festkonzerte zu den Höhepunkten zählen. Veranstaltet werden diese von der Uckermärkischen Kulturagentur im Auftrag der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Prenzlau Land. Zugleich sind sie Bestandteil des 15. Uckermärkischen Orgelfrühlings der Stiftung Uckermärkische Orgellandschaft.
Das Konzert „Last night of the Proms“ mit Werken für zwei Orgeln am 16. Mai ab 19.30 Uhr ist bereits seit Mitte Dezember 2025 mit 800 Plätzen restlos ausverkauft. Doch Jürgen Bischof, geschäftsführender Direktor der Uckermärkischen Kulturagentur, kann gute Nachrichten verkünden: „Karten gibt es noch für alle anderen Konzerte, die Orgelführung und die Orgelreise.“ Zu beziehen sind diese über Eventim, die Stadtinformation am Marktberg oder direkt in der Uckermärkischen Kulturagentur in der Prenzlauer Grabowstraße.
Neben Kreiskantor Hannes Ludwig werden Landeskirchenmusikdirektor Gunter Kennel sowie der Orgelspezialist Martin Rost aus Stralsund ihre Beiträge zum Gelingen der Festtage leisten, stellt Bischof in Aussicht. Die Organisten Thomas Trotter (Birmingham), Jonathan Scott (Manchester), Henry Fairs (Birmingham) und Chris Bragg (St. Andrew’s University Schottland) gehören zu den herausragenden Vertretern ihrer Zunft.

Organist Jonathan Scott aus Manchester wird am 15. Mai 2026 ab 19.30 Uhr beim Konzert „Virtuose Transkriptionen“ an der Hill-Orgel zu erleben sein. (Foto: privat)
Seit Wochen bereiten sich die Kantorei Prenzlau, der Uckermärkische Konzertchor Prenzlau, der Chor der Technischen Universität Szczecin auf das große Chor- Orgel-Orchesterkonzert am 16. Mai unter dem Dirigat von Jürgen Bischof vor. Mitte April sind gemeinsame Proben der Chöre geplant. Das Preußische Kammerorchester wird in sinfonischer Besetzung die Sänger und den Organisten an der großen Hill-Orgel begleiten. Fast 180 Mitwirkende gestalten das Konzert auf der Empore und im Altarraum von Prenzlaus Wahrzeichen.
Zum ersten Mal in einem Konzert erklingt die Hill-Orgel allerdings bereits im Einweihungskonzert „God save the King!“ am 14. Mai ab 19.30 Uhr. Vier Organisten spielen in diesem Konzert Werke unter anderem von Edward Elgar, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johann Sebastian Bach, Max Reger und zwei Uraufführungen. Ein besonderes Ereignis verspricht das Konzert „Virtuose Transkriptionen“ am 15. Mai ab 19.30 Uhr mit dem Weltklasse- Organisten Jonathan Scott. „Er musiziert virtuosen Orgel-Transkriptionen von bekannten Highlights der Klassik, so unter anderem von Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven“, kündigt Bischof an.
Am 17. Mai ist Chris Bragg ab 11 Uhr bei der „Orgel-Matinee“ zu erleben. Wer möchte und es sich zutraut, kann sich an diesem Tag um 12 Uhr selbst an der Hill-Orgel ausprobieren. Die Festtage enden um 15.30 Uhr mit dem Gottesdienst „Choral Evensong“, mitgestaltet von The English Choir aus Berlin unter der Leitung von William Peart.
Ein Dokumentarfilm, ein Vortrag über die Schottland- Orgeln und den Orgelbauer Hill sowie eine Buchpräsentation runden am 16. Mai zwischen 13 und 15 Uhr das Programm ab. Zu einer Orgelreise durch die Uckermark wird am 15. Mai ab 10 Uhr eingeladen, zu einer Orgelführung um 12 Uhr. Auf großes Interesse dürften am 14. Mai ab 13 Uhr die Highland-Games auf dem Marktberg stoßen. „Diese Veranstaltungen können kostenlos besucht werden“, so Bischof.
